Wer eine neue Website plant, stößt schnell auf WordPress. Es ist das bekannteste System für Websites, und viele Agenturen bieten nichts anderes an. Es gibt aber eine schlankere Alternative: die statische Website. Welche Variante zu Ihnen passt, hängt weniger von der Technik ab als davon, wie Sie Ihre Website nutzen möchten.
Was ist eine statische Website?
Eine statische Website besteht aus fertigen Seiten, die genau so beim Besucher ankommen, wie sie gespeichert wurden. Man kann sie mit einem gedruckten Flyer vergleichen: Der Inhalt steht fest, bis jemand ihn ändert. Im Hintergrund läuft keine Datenbank und kein Programm, das die Seite erst beim Aufruf zusammensetzt.
Die Website, auf der Sie gerade lesen, ist übrigens auch eine statische Website.
Was ist WordPress?
WordPress ist ein sogenanntes Content-Management-System, auf Deutsch etwa „Inhaltsverwaltung“. Sie melden sich in einem Verwaltungsbereich an und können dort Texte, Bilder und Seiten selbst bearbeiten, ähnlich wie in einem Textprogramm. Ruft jemand eine Seite auf, setzt WordPress sie aus einer Datenbank zusammen. Rund 40 Prozent aller Websites weltweit laufen mit WordPress.
Über Erweiterungen, sogenannte Plugins, lassen sich viele Funktionen nachrüsten: Kontaktformulare, Terminbuchung, mehrere Sprachen oder ein kleiner Onlineshop.
Der Vergleich auf einen Blick
| Statische Website | WordPress | |
|---|---|---|
| Laufende Kosten | Sehr gering, Hosting oft schon für wenige Euro im Monat | Hosting meist 5 bis 25 € im Monat, dazu teils kostenpflichtige Plugins |
| Ladezeit | Sehr schnell, weil nichts berechnet werden muss | Gut, wenn die Seite sauber eingerichtet und gepflegt wird |
| Sicherheit | Kaum Angriffsfläche | Häufiges Ziel von Angriffen, regelmäßige Updates sind Pflicht |
| Wartung | Fast keine | WordPress, Design und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden |
| Inhalte selbst ändern | Nur mit etwas Technikwissen oder über Ihren Dienstleister | Einfach über den Verwaltungsbereich |
| Erweiterungen | Werden individuell programmiert, dadurch sehr flexibel | Viele fertige Plugins, deren Qualität aber stark schwankt |
Wann eine statische Website die bessere Wahl ist
Eine statische Website passt gut, wenn sich Ihre Inhalte selten ändern. Typisch sind Handwerksbetriebe, Praxen, Kanzleien oder Dienstleister, deren Website vor allem zeigt, was sie anbieten und wie man sie erreicht. Sie ist die richtige Wahl, wenn:
- Sie Inhalte nur ein paar Mal im Jahr ändern,
- Sie sich möglichst wenig um Updates und Sicherheit kümmern möchten,
- schnelle Ladezeiten für Sie wichtig sind, zum Beispiel für Besucher am Handy, und
- die laufenden Kosten gering bleiben sollen.
Kleine Änderungen wie neue Öffnungszeiten oder ein neues Foto erledigt Ihr Dienstleister meist in wenigen Minuten.
Wann WordPress die bessere Wahl ist
WordPress spielt seine Stärken aus, wenn Sie Ihre Website selbst lebendig halten möchten. Es passt gut, wenn:
- Sie regelmäßig selbst Inhalte veröffentlichen, etwa Neuigkeiten, Veranstaltungen oder eine wechselnde Speisekarte,
- mehrere Personen in Ihrem Team die Website pflegen sollen, und
- Sie Funktionen brauchen, für die es bewährte Plugins gibt.
Wichtig ist: Eine WordPress-Seite richtet man nicht einmal ein und vergisst sie dann. Wer Updates schleifen lässt, riskiert Sicherheitslücken. Planen Sie dafür Zeit ein oder geben Sie die Pflege an einen Dienstleister ab, der sich auf WordPress spezialisiert hat.
Und Baukästen wie Wix oder Jimdo?
Baukästen sind eine dritte Möglichkeit: Sie zahlen eine monatliche Gebühr und gestalten die Seite selbst per Mausklick. Für einen schnellen Einstieg kann das reichen. Die Grenzen zeigen sich, wenn Sie besondere Funktionen brauchen oder später den Anbieter wechseln möchten. Ihre Website lässt sich dann meist nicht einfach mitnehmen.
Der Mittelweg: statisch, aber trotzdem selbst bearbeiten
Beides lässt sich auch verbinden. Die Website bleibt statisch, schnell und sicher, aber ausgewählte Inhalte wie Neuigkeiten oder Öffnungszeiten können Sie über eine einfache Eingabemaske selbst ändern. Das lohnt sich, wenn Sie nur wenige Bereiche regelmäßig pflegen möchten und auf ein großes System verzichten wollen.
Meine Empfehlung
Stellen Sie sich zwei Fragen: Wie oft werde ich Inhalte selbst ändern? Und wer kümmert sich um Updates?
Wenn Sie selten etwas ändern und sich nicht mit Technik beschäftigen möchten, ist eine statische Website meist die günstigere und sicherere Wahl. Wenn Sie regelmäßig selbst veröffentlichen möchten, spricht vieles für WordPress, dann aber mit regelmäßiger Pflege.
Tipp: Soll Ihre Website mehr können als informieren, etwa Preise berechnen, Buchungen annehmen oder einen Kundenbereich bieten? Dann ist sie eigentlich schon eine kleine Software. Was dabei möglich ist, zeige ich auf der Seite Web-Anwendungen.
Häufige Fragen
Kann ich später noch wechseln?
Ja. Texte und Bilder lassen sich in beide Richtungen übernehmen. Wie viel Aufwand das ist, hängt vor allem davon ab, wie viele Seiten Ihre Website hat.
Ist WordPress unsicher?
Nicht grundsätzlich. Weil es so verbreitet ist, wird es aber besonders häufig angegriffen. Mit aktuellen Updates, wenigen gut gepflegten Plugins und regelmäßigen Sicherungen ist eine WordPress-Seite gut geschützt.
Was ist besser für Google?
Mit beiden Varianten können Sie gut gefunden werden. Entscheidend sind hilfreiche Inhalte, kurze Ladezeiten und eine saubere Technik. Bei der Ladezeit hat die statische Website einen kleinen Vorsprung. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite SEO.